Donnerstag, 9. April 2015

Babys Bauchweh

 

Jede Mama kennt das hilflose Gefühl, wenn das Neugeborene Bauchweh hat. Es wimmert, weint, schreit. Es zieht die Beinchen an. Es verkrampft sich. Bekommt ein rotes Gesichtchen. Quält sich. Pupst. Man massiert das Bäuchlein. Man versucht durch Bewegen der Beine Linderung zu verschaffen. 
Und doch fühlt man sich so absolut machtlos.

 Gerade in den ersten Wochen ist das oft ein Problem für Babies, da sie erstens noch damit zu kämpfen haben, überhaupt auf der Welt anzukommen und die ganzen neuen Reize zu verarbeiten, und ihr Verdauungstrakt noch nicht coll entwickelt ist. 

Mein Sohn brüllte die ersten Wochen seines zarten Lebens täglich. 
Stundenlang. 
Bis zur Erschöpfung.

Dreimonatskolik, hieß es. 
Haben fast alle Jungs, hieß es.


 Ich hatte ihn oft gefühlte 23 Stunden auf dem Arm, trug ihn herum, versuchte ihn zu beruhigen, ihm irgendwie zu helfen.

 Geht schon vorbei, hieß es.
Augen zu und durch, hieß es. 

 Eins vorweg: ja, es ging irgendwann vorbei.  
Aber vieles, was ich heute weiß, hätte mir vor einem Jahr das Leben sicherlich leichter gemacht und meinem Sohn die ein oder andere Schreistunde erspart. 

Über den Mythos der Dreimonatskolik haben sich zahlreiche schlaue Köpfe Gedanken gemacht. 

Gängige Lehrmeinung 2015: es gibt sie nicht. 

Es handelt sich dabei um eine Regulationsstörung.

Ein wunderbarer Artikel findet sich hier auf einem meiner allerliebsten Lieblingsblogs.

Hätte ich den Artikel doch letztes Jahr schon gekannt...seufz. 

Ich habe so viele schwachsinnige Ratschläge bekommen, ich kann sie alle kaum noch aufzählen...

- Stillen sein schuld, weil sich die anverdaute Milch mit der frischen vermische und zu Bauchweh führe. (Diese Meinung vertrat man tatsächlich mal, vor 20 Jahren. Und sie ist längt widerlegt!)

- Stillen nach Bedarf sei schuld, weil keine Zeit zum Verdauen der Milch bliebe und ich müsste ganz furchtbar dringend immer 3 Stunden zwischen den Mahlzeiten einhalten. (Muttermilch ist nach spätestens 90 Minuten verdaut)

- Eine Stillzeit von maximal 10 Minuten müsse ich einhalten, weil er sonst zu viel trinkt und ihm übel wird. (Warum sollte einem Baby von der eigens für ihn hergestellten und auf seine Bedürfnisse exakt ausgelegten Mahlzeit übel werden??)

- Auch ein Stillkind müsse unbedingt Fencheltee trinken, weil die Muttermilch ja furchtbar pappig ist und so schwer im Bauch liegt. (Absoluter Mist! Ein gesundes und normal entwickeltes Stillkind benötigt im ersten halben Jahr nichts weiter als Muttermilch. Wollte die Natur, dass Babys Fencheltee trinken, käme Fenchelmilch aus Mamas Milchbar)

- Wenn das Baby brüllt obwohl sauber und satt, einfach mal brüllen lassen. Ist gut für Lunge/ Leber/ Niere/ ... (Bitte. Niemals. Ein. Baby. Brüllen. Lassen.!! Der psychische Stress ist so unfassbar groß, das Kind erleidet Todesangst und das grenzt an Folter)
 
Und mein Highlight : mein Sohn sei allergisch gegen die Muttermilch.  (ohne Worte.)


Wem kommt etwas davon bekannt vor? Solche Sachen bekommt wahrscheinlich jeden Mama erzählt, von einer Bekannten, der Oma, der eigenen Mutter, einem Arzt, Kinderarzt, der Hebamme oder der Nachbarin. 
Alle wissen ja grundsätzlich genau wie es richtig geht, nur der Mutter selbst wird dieses Wissen nicht zugetraut.

Letztendlich hat es uns ungemein geholfen, einfach auf nichts und niemanden mehr zu hören, es so zu akzeptieren wie es ist. 

Und mit ein paar einfachen Maßnahmen für etwas Entspannung zu sorgen.


Wärme, Ruhe, Nähe und Entspannung waren am Ende hilfreich. 

Reduzierung der äußeren Einflüsse. 
Abgedunkelter Raum.
Stillen nur noch im ruhigen Schlafzimmer.
Kein Herumgereiche von Oma zu Opa, zur Tante, zum Onkel. etc...
 
Wir haben eigentlich täglich eine Wärmflasche bereit gehalten und ihm aufs Bäuchlein oder den Rücken gehalten. Handwarm reicht völlig, man will das Kind ja nicht verbrennen. 
Babywärmflschen gibt z.B. es preiswert beim dm. 

 Viele schwören auch auf Kirschkernkissen. Wir haben eines von Käthe Kruse, aber ich mag den Geruch einfach nicht. Auch hat mein Sohn sich fürchterlich über das Geraschel der Kirschkerne aufgeregt. Mittlerweile knubbelt er übrigens einfach so an dem Kissen herum und findet das unheimlich witzig.

  

Baden in der großen Badewanne mit mir fand mein Sohn super. Wir haben die ersten drei Monate jeden Abend zusammen gebadet. Da war er ruhig und entspannt, lag in meinem Arm und genoss einfach die Nähe, die Wärme und die Ruhe.

Auch eine Windsalbe aus der Apotheke kann bei Bläuhungen gute Dienste leisten. Sie wird um den Bauchnabel herum sehr dünn aufgetragen und erleichtert dem Baby das Pupsen.

 


 
 

Es gibt noch zahlreiche weitere Mittelchen und verschiedene Globulis.
Rückblickend empfand ich nichts davon als hilfreich  und sehe es mittlerweile nur noch als Geldmacherei mit verzweifelten Eltern an. 


Die Liebe und Nähe der Eltern, das Wissen, Mama und Papa sind für mich da und beschützen und versorgen mich, ist das allerbeste Hilfsmittel für Babys Wohlbefinden. 



Tolle Blogs zu dem Thema Baby, die ich sehr empfehlen kann:

- www.der-apfelgarten.de
- www.gewuenschtestes-wunschkind.de
- www.nestling.org
- geborgen-wachsen.de


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